Übernimm die Kontrolle über dein Leben

Wer hat die Kontrolle über dein Leben?

Allzu oft lassen wir uns von äußeren Einflüssen leiten – sind fremdbestimmt. Du glaubst mir nicht? Ich werde dir erklären warum meist doch. Ich möchte dir erzählen wie ich es geschafft habe, mit mehr Bewegung  die Kontrolle für mein Leben zu übernehmen und die Auswirkungen äußerer Einflüsse drastisch zu reduzieren. Mit ein wenig Selbstdisziplin und Zeitaufwand wird dir das auch gelingen.

Ferngesteuert.

Denke einen Moment über deinen üblichen Tagesablauf nach. Was tust du zuerst morgens nach dem Aufstehen? Womit verbringst du die meiste Zeit des Tages? Wodurch wird bestimmt, was du den ganzen Tag machst? Was auch immer das ist – denke mal darüber nach, wie viel Freude dir die unterschiedlichen Tätigkeiten so bereiten. Wie gern du mit den Menschen zusammen bist, mit denen du am meisten Zeit verbringst.

Viele von uns werden feststellen, dass es in unserem “gängigen” Alltag viele Dinge gibt, die wir ungern tun. Dass wir oft Zeit mit Menschen verbringen, die wir vielleicht gar nicht mögen. Die meisten Antworten auf die Frage, warum das so ist, fangen mit “Aber ich muss ja…” an.

Und da möchte ich ansetzen. Was müssen wir denn wirklich alles? Wer bestimmt, mit wem du die Zeit deines Lebens verbringst? Wer bestimmt, was du den ganzen Tag so machst? Und wer, was dich glücklich macht?

Wir werden beeinflusst und gesteuert von unseren Beziehungen, den sozialen Kontakten; von der Gesellschaftsschicht, in der wir leben. Von den Medien, die wir konsumieren und von dem Umfeld, in dem wir leben. Gerade in Deutschland müssen wir sehr viel, wenn man sich mal so umhört. In den seltensten Fällen sind wir es selbst, die wirklich das Steuer in der Hand haben und bestimmen wo es langgeht, eben weil wir uns so viel leiten und fernsteuern lassen.

Woran es uns oft fehlt, ist Erfahrung. Vor allem in jungen Jahren haben wir sie nicht und lassen uns ungern von den Menschen helfen, die sie eigentlich hätten.

 

“Lernen ist Erfahrung. Alles andere ist einfach nur Information.”

Albert Einstein

Wir lassen uns oft nicht die Zeit, selbst Erfahrung zu sammeln. Wir wollen alles schnell wissen. So konsumieren wir immer mehr Informationen, die wir aber eigentlich gar nicht einordnen und verarbeiten können. Dabei ist es so wichtig im Leben, Dinge echt zu erfahren. Als ich nach fünf Jahren in meinem ersten Beruf meinen Nachfolger eingelernt habe, hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich das Gefühl, in einem Bereich echte Erfahrung zu haben. Ich habe versucht, mein Wissen weiterzugeben, so gut es irgendwie ging. Für meinen Nachfolger waren aber all die Erzählungen und all mein Wissen nur Information, die ihm bei seinen eigenen Erfahrungen helfen können. Er bekommt deswegen aber nicht meine Erfahrung.

Kontrolle erfahren

Erfahrung ist beständig. Einmal gewonnen, bleibt sie dir bis an dein Lebensende (Ganz im Gegensatz übrigens zu Information, die ich persönlich für sehr flüchtig halte). Deswegen hat sie für mich so einen hohen Stellenwert. Außerdem ist sie mit ein wenig Kreativität vielseitig und übertragbar. Wenn du in einem Bereich Erfahrung gesammelt hast, kannst du sie oft auch in anderen Bereichen verwenden.

Ich habe in der Bewegung eine Spielwiese dafür gefunden, Kontrolle zu erfahren und damit zu experimentieren.

Im Mittelpunkt stehst du und dein Körper. Du interagierst mit deinem direkten physischen Umfeld: Elemente wie Schwerkraft, Schmerz, Gleichgewicht, Geschwindigkeit etc. Mit Hilfe von Bewegung erfährst du spielerisch die Zusammenhänge deines eigenen Körpers im Zusammenspiel mit der direkten Umgebung.

Auf der untersten mentalen Ebene entwickelst du dadurch ein sehr gutes Selbstbewusstsein, nach der Definition wie ich hier schon darüber geschrieben habe. Je bewusster dir dein Körper wird, desto besser lernst du die Kontrolle über ihn zu ergreifen.

Verschiedene Dimensionen der Kontrolle

Wie gut kannst du deinen Körper im freien Raum (ohne Hilfsmittel etc.) kontrollieren und komplexe Bewegungen bzw. Bewegungsabläufe ausführen? Bewegungen wie die Brücke, Kopfstand, Handstand, etc. Bis du solche Bewegungen meistern kannst, vergeht sehr viel Zeit. Auf dem Weg dorthin sammelst du unendlich viel Erfahrung über Kontrolle. Zu Beginn wirst du erst einmal merken, wie wenig Kontrolle du über deinen eigenen Körper überhaupt hast.

Ebenso interessant ist es, deinen Körper in einem bestimmten Umfeld zu bewegen, zu kontrollieren, wie es in Parkour üblich ist. Mauern, Treppen, Bäume, Stangen oder Säulen – alles kann als Hindernis bzw. als Spielzeug verwendet werden. Hier erfährst du auch sehr schnell, ob du deinen Körper wirklich kontrollieren kannst.

Ein weiterer Aspekt ist die Kontrolle von Gegenständen. Das Balancieren eines einfachen Holzstocks auf deinen Füßen, das Stemmen einer Langhantel oder die Jonglage mit Bällen – alles Erfahrungen, die für die Kontrolle deines Körpers ungemein wichtig sind.

Grenzen erfahren und akzeptieren

Sehr schnell wirst du feststellen, dass es in allen genannten Dimensionen Grenzen gibt. Während du in deiner Bewegung immer mehr Kontrolle übernimmst, verschiebst du deine eigenen Grenzen immer weiter nach außen. Egal, wie sich deine Kontrolle und Grenzen entwickeln – das wichtigste ist, feste Grenzen zu akzeptieren. Wir verschwenden so viel Zeit unseres Lebens damit, uns über Dinge aufzuregen, die wir ohnehin nicht ändern können. Durch die Bewegung kannst du das Spiel zwischen Kontrolle und Grenzen sehr gut erlernen und dann in andere Bereiche deines Lebens übertragen.

Der Herr im eigenen Haus

Das “eigene Haus” – dein Körper: Hier bestimmst du, was vor sich geht. Die Bewegung hilft dir dabei, das Gefühl der vollen Kontrolle zu bekommen. Mit der Zeit wirst du lernen, dass äußere Einflüsse wie dein Umfeld, die Medien, die “Einstellung der Gesellschaft” in deinem Leben eigentlich überhaupt nichts zu melden haben. Ich meine damit nicht, dass du dich gänzlich davon fernhalten sollst. Sondern du bestimmst wo es langgeht mit deinem Körper – und damit eigentlich auch mit deinem Leben. Dinge, die du nicht ändern kannst, lernst du zu akzeptieren. Für alles andere entwickelst du die Geduld, sie in Angriff zu nehmen und Schritt für Schritt zu ändern. Und die äußeren Einflüsse, die dabei auf dich hereinprasseln, lernst du mit der richtigen Gelassenheit zu interpretieren und eventuell auch zu ignorieren. Probier es aus: beweg dich mehr und übernimm die Kontrolle über dein Leben!