So erreichst du deine Ziele im neuen Jahr

Es ist Jahresanfang. “Was sind denn deine Vorsätze für das kommende Jahr?” ist eine typische Frage zu dieser Jahreszeit. Es scheint fast schon verpflichtend, dass man sich etwas vornimmt. An sich ist das auch nicht verkehrt, allerdings verlaufen die meisten “guten Vorsätze” im Sand und es ändert sich absolut nichts. Warum ist das eigentlich so? Was musst du tun, damit aus Vorsätzen echte Ziele werden? Und wie kannst du diese dann auch wirklich erreichen?

Die Unverbindlichkeit von Vorsätzen

Wenn du an “gute Vorsätze” denkst, fallen dir bestimmt sofort ein paar Klassiker ein. In deren Formulierung kommen meistens diese Wörter vor: “mehr”, “weniger”, “anfangen” oder “aufhören”. Meistens entstehen die “guten Vorsätzen” also aus unverbindlichen, intuitiven Gedankengängen, die einen schon eine ganze Weile beschäftigen. “2018 möchte ich mal wieder mehr Sport machen.” oder “2018 höre ich endlich mit dem Rauchen auf.” Während dahinter bestimmt ein echter Wunsch zur Veränderung steckt, ist ein solcher Vorsatz doch sehr unverbindlich. Meist kommt noch dazu, dass ein solcher Vorsatz beim letzten Bier in der Silvesternacht beschlossen wird und schon allein deswegen wenig Gewicht hat.

Aber was wäre, wenn du jetzt wirklich einen echten Änderungswunsch hättest? Egal, aus welchem Bereich deines Lebens er auch stammt. Dann wäre es doch phantastisch, wenn es möglich wäre, diese Änderung auch zu erreichen. Dafür muss aber aus dem Änderungswunsch erst mal ein klar definiertes Ziel werden, ansonsten verlaufen deine Bemühungen nur wieder im Sand.

Vom Änderungswunsch zum Ziel

Mach doch mal folgende Übung mit. Vielleicht hast du ja für das folgende Jahr einen Änderungswunsch, oder einen Vorsatz. Mit den folgenden Fragen und Anmerkungen sollte es für dich möglich sein, daraus ein echtes Ziel zu machen. Ob du das im Kopf machst oder mitschreibst spielt eigentlich keine Rolle – so wie es für dich am besten funktioniert.

Zuerst muss aus dem “mehr” oder “weniger” ein spezifischerer Wert werden, also z.B. so etwas wie “einmal in der Woche”. Das macht deine Vorstellung greifbarer und lässt dich dein Verhalten dagegen vergleichen. Zusätzlich dazu kannst du dir überlegen, woran du messen würdest, dass du das Ziel tatsächlich erreicht hast. Die Messbarkeit eines Ziels macht es verbindlich, daran führt dann kein Weg vorbei.

Jetzt wird es ein wenig kompliziert, denn als nächstes solltest du die Attraktivität deines Ziels hinterfragen. Das geht ganz gut dadurch, dass du dir überlegst “Was wäre dann besser wenn ich das Ziel erreicht habe?” oder “Was wäre dann möglich?”. Denn viele der Ziele, die wir uns im Laufe des Lebens überlegen, sind eigentlich nur vorgeschobene Ziele, an deren Erfüllung wir gar nicht primär interessiert sind. Sondern wir erhoffen uns eigentlich etwas ganz anderes. Deswegen kann es in diesem Schritt sein, dass du dein Ziel nochmal komplett überdenken und eventuell umformulieren musst.

Wenn du bis hierhin gekommen bist, solltest du überprüfen wie realistisch die Erreichung des Ziels überhaupt ist. Klingt vielleicht banal, allerdings solltest du dich nur auf ein Ziel einlassen, dessen Erfüllung ganz in deiner eigenen Hand liegt. Das heißt, in diesem Schritt solltest du möglichst alle Faktoren aus dem Ziel ausschließen, auf die du keinen Einfluss hast.

Letztendlich gilt es für dich noch zu überprüfen, wie viel Zeit du dir insgesamt geben möchtest. Vielleicht ist dein Ziel ja auch an einen bestimmten Zeitpunkt gekoppelt, zum Beispiel ein Beurteilungsgespräch beim Chef oder ein Halbmarathon in deiner Stadt. So oder so empfiehlt es sich, das Ziel klar zu terminieren, denn Ziele die mit einem bestimmten Zeitpunkt verknüpft sind, lassen sich nur schwer hinauszögern.

Wenn dir diese Reihenfolge jetzt bekannt vorkommt – dann hast du vielleicht schon einmal ein Projektmanagement-Seminar besucht, oder zumindest schon einmal etwas von so genannten “Smart“-Zielen gehört. Die eignen sich allerdings nicht nur hervorragend für Projektmanagement in der Arbeit, sondern auch für das Privatleben.

Große Ziele, kleine Gewohnheiten

Jetzt hast du ein Ziel, herzlichen Glückwunsch! Damit hast du bereits einen sehr großen Vorsprung. Allerdings sind wir Menschen Gewohnheitstiere. Das ist einerseits ein Vorteil, doch andererseits fallen wir deswegen immer wieder in die gleichen, gewohnten Muster zurück.

Wenn du dir deine Socken anziehst, machst du immer die gleichen Bewegungen. Wenn du dich nach dem Duschen abtrocknest, verwendest du dein Handtuch fast immer in einem für dich individuellen Muster. Und egal ob in der Arbeit oder zu Hause, über den Tag verteilt finden sich in deinem Alltag viele kleine Gewohnheiten, die sich immer wieder wiederholen. Das bedeutet, wenn du oben einen Änderungswunsch hattest, aus dem jetzt inzwischen ein Ziel geworden ist, dann hängt damit immer die Änderung von Gewohnheiten zusammen.

Was bedeutet das für den Umgang mit deinem Ziel? Es tut zwar gut dein Ziel immer wieder vor Augen zu haben, allerdings sollte es nicht wie eine Drohung über deinem Alltag hängen. Selbst wenn du es smart definiert hast (wie oben beschrieben), leiten sich meist davon noch keine direkten Gewohnheiten ab. Das bedeutet, du musst aus dem Ziel (das ja Monate entfernt sein kann) viele kleine Handlungen und Verhaltensänderungen ableiten, die dich langfristig zu dem Ziel führen können. Dann musst du es nur noch hinbekommen, diese Verhaltensänderungen Schritt für Schritt in deinen Alltag zu integrieren.

Die Übersetzung der Ziele in den Alltag

Die menschliche Verhaltensforschung ist bezüglich der Änderung von Gewohnheiten bzw. das Angewöhnen neuer Verhaltensmuster zum Glück schon sehr weit. Das heißt, wenn du dir überlegt hast, wie du aus dem langfristigen Ziel kleine Gewohnheiten machen kannst, musst du nur noch einen Weg finden, sie dir auch “anzugewöhnen”. Und dafür gibt es einen bewährten Weg, der uns dabei helfen kann diese auch wirklich umzusetzen. Dafür musst du die neue Gewohnheit nur zeitlich hinter eine andere alltägliche Tätigkeit stellen.

Das heißt z.B. “Immer wenn ich auf dem Weg nach Hause bin, gehe ich mindestens die Strecke eines U-Bahn-Abschnitts zu Fuß.”, oder “Immer wenn ich mir die Schuhe zubinde, versuche ich das mit möglichst gestreckten Beinen zu machen.”(Um beispielsweise die Flexibilität in der Oberschenkelrückseite zu erhöhen). So hast du die Möglichkeit, dass es ein gutes Verhaltensmuster irgendwann schafft auch zu einer echten Gewohnheit zu werden. Der Vorteil daran ist, du musst nicht die ganze Zeit an das Ziel denken und fühlst dich dadurch nicht unter Druck gesetzt. Wenn du also aus dem großen Ziel die richtigen Gewohnheiten abgeleitet hast, wirst du deinem Ziel so oder so jeden Tag einen Schritt näher kommen.

Schaffe Verbindlichkeit in der Gegenwart

Ein Ziel, das in weiter Ferne liegt, ist unverbindlich. Wenn es Monate entfernt liegt, schieben wir es gerne auf die lange Bank, denn “ich kann ja jetzt nichts dafür tun”. Doch das ist genau der Knackpunkt: Was hast du denn jemals in der Hand, wenn nicht genau diesen Moment in dem du dich befindest? Die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern, und die Zukunft ist noch nicht da. Handeln kannst du immer nur im Jetzt. Übersetze also dieses weit entfernte Ziel in Handlungen oder Regeln, nach denen du in deiner Gegenwart handeln kannst. So kommst du deinem Ziel täglich ein Stück näher.

Seit einiger Zeit schon verwende ich dieses Prinzip für mich. Damit schaffe ich es, mehr Zeit für die Dinge zu haben, an denen mir wirklich etwas liegt. Denn ich muss mir nicht ständig vor Augen führen, wo ich eigentlich hin möchte. Ich weiß, wo ich hin will. Und ich weiß, was ich jetzt dafür tun kann.

Ich würde mich freuen, wenn du dem ganzen eine Chance gibst und es für dich selbst versuchst. Und sollte es für dich funktionieren wäre es natürlich super, wenn du es auch an andere weitergeben könntest.